Sommerglut - Morris Morton


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E r stand auf der Anhöhe und blickte auf die Landstraße in der Ebene hinunter. Es war seine Schuld, dass es so gekommen war. Er hatte sein Auto auf dem Weg, der zu dem Hügel hinaufführte, hinter einem Busch geparkt, so dass der Wagen von unten aus der Ebene nicht zu sehen war.

Er selbst stand auf einer niedrigen Betonmauer, breitbeinig und mit vor dem Körper verschränkten Armen. Sein pinkfarbenes Shirt flatterte leicht im warmen Wind, während die Abendluft so richtig nach 'Sommer' roch.

Nur noch einmal wollte er sie sehen, denn er wusste, dass dies die letzte Möglichkeit dazu war. Es dämmerte bereits, im Westen leuchtete die Sonne als glutroter Ball über dem Horizont. Von der fernen Landstraße drangen Motorengeräusche herüber. Ein roter Wagen mit roten Felgen, weithin sichtbar, fuhr südwärts auf der schnurgeraden Straße. Er wusste, dass sie es war, denn es war ja ihr Auto - und das kannte er nur zu gut. Er hatte sie auf die große Distanz nicht erkennen können, aber es war ihr Auto, das Fenster wie immer ganz heruntergekurbelt und hinter dem Steuer ein brauner Lockenkopf - sie musste es sein! Nein - sie war es! Sein Blick folgte dem sich immer weiter entfernenden Auto, bis es in der nächsten Ortschaft unterging und nicht mehr zu sehen war. Für diesen letzten stillen Abschiedsgruß hatte er sich und sein Auto riskiert, um ja rechtzeitig auf der Anhöhe anzugelangen, damit er sie wenigstens noch einmal beim Vorbeifahren sehen konnte.

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